Prototypen: Atom-Tablet und AMD-Convertible


Das Atom-Tablet von Lenovo hat einen HDMI-Ausgang und optional UMTS.
Intels aktueller Atom-Prozessor wird kein Windows-8-Logo bekommen, weil ihm einige von Microsoft für x86-Systeme vorgeschriebene Eigenschaften[1] fehlen. Erst der Nachfolger Clover Trail erfüllt alle Forderungen, vor allem der Connected Standby geht dann. Intel hatte im April die Spezifikationen zweier Tablets[2] mit dem Z2760 genannten Prozessor veröffentlicht, auf der Computex gab es nun Prototypen beider Varianten zu sehen – und zwar tatsächlich nur zu sehen: Das Standpersonal gab sie nicht aus der Hand, sondern führte nur ein paar einstudierte Aktionen vor. Die liefen zwar “responsive” und ohne Abstürze, aber offensichtlich traut Intel weder der Stabilität noch der Performance der aktuellen Clover-Trail-Vorserienmuster.

Entsprechend wenig gibt es zu sagen: Ein Prototyp stammt von Lenovo, er hat ein 10,1-Zoll-Display, optional UMTS und soll mehr kosten als ein iPad. Der zweite stammt von Asus und hat wie die Transformer-Tablets eine Ansteck-Tastatur. 9 Stunden soll er laufen, 1080p-Videos flüssig abspielen können und erst gegen Jahresende erscheinen, also wohl nicht direkt zum Windows-8-Start.


An das Asus-Tablet mit Clover-Trail-Atom kann eine Tastatur gesteckt werden.
Damit dürfte es drei Klassen von Windows-8-Tablets geben: Die mit ARM-Prozessor zu Preisen, die mit Android-Tablets und den iPads konkurrieren, dann die mit Atom, die zwar (anders als die ARM-Tablets) x86-Software ausführen können, aber wie die Netbooks nur mit mäßiger Performance. Mehr als ein iPad sollen sie kosten, und das liegt mit 64 GByte und UMTS-Modem bei 799 Euro. Die dritte Kategorie bilden dann die Core-i-Tablets, entweder als einsamer Slate oder als Hybrid[3] mit Tastatur-Partner. Für ihre Fähigkeit, Windows-Anwendungen nicht nur überhaupt, sondern auch schnell auszuführen, dürften dann schnell 1000 Euro fällig sein.


Der Hybrid von Compal mit AMD-Prozessor kommt in dieser Form wohl nicht auf den Markt.
Eine weitere Alternative zu diesen drei Klassen verspricht AMD: Auf dem Stand war der Prototyp eines Tablets mit Stecktastatur zu sehen, auch auf der Pressekonferenz hatte AMD es gezeigt. Der Prototyp stammt vom Compal, ist dünner als 20 Millimeter und hat ein 11,6-Zoll-Display. In der Tastatur steckt mehr als bei den Intel-Lösungen, AMD spricht von einer größeren Festplatte und “upgradeable performance”. Doch der Prototyp wirkt weder mechanisch noch unter Windows besonders ausgereift – da haben AMD und Partner noch einen langen Weg. Passende Prozessoren hatte AMD Anfang der Woche[4] gezeigt, die Z-, C- und E-Serie.

Es bleibt zu hoffen, dass Hersteller wie Asus, HP und Samsung auch deswegen ihre ultrakompakten Subnotebooks nicht mit Intels Marketingbegriff Ultrabook bezeichnen, sondern eigene Markennamen wie Zenbook etablieren wollen, um auch mal Varianten mit AMD-Prozessor herauszubringen. Doch so lange die AMD-Kerne mit ausreichend niedriger Leistungsaufnahme nur die Rechenleistung eines Intel Atom bringen – AMD hat auf der Pressekonferenz vor allem die 3D-Leistung dieser Prozessoren hervorgehoben, die tatsächlich deutlich über der des Atom-Grafikkerns liegt –, bleibt auch das schwierig. (jow[5])

Quelle: http://www.heise.de

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